OKGIS - Offenes Katastrophenmanagement mit freiem GIS  
 
 

Die Philosophie

Die Einsatzfähigkeit eines Katastrophenmanagementsystems hängt wesentlich von Aktualität, Vollständigkeit, Korrektheit und Verfügbarkeit der zugrunde liegenden Daten ab. Für die Aktualisierung von Datenbeständen bietet die Informationstechnik eine Reihe moderner Verfahren.
Im Verbundvorhaben geht es darum, OGC- und andere Spezifikationen in freie Software umzusetzen, sie zu evaluieren, eventuelle Schwachpunkte im gegebenen Szenario aufzuzeigen und an der Weiterentwicklung neuer Spezifikationen, die für das Katastrophenmanagement relevant sind, mitzuwirken.
Die Ergebnisse und entwickelten Komponenten werden als freie Software der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt. Dies fördert sowohl die Entwicklung des Geoinformationsmarktes allgemein als auch insbesondere die Einrichtung vernetzter Geoinfrastrukturen für das Katastrophenmanagement.
Katastrophen sind zwar i.d.R. isolierte Ereignisse, haben aber Auswirkungen auf unterschiedlichste Bereiche der existierenden Infrastruktur. Das Verbundvorhaben soll also einen Beitrag dazu leisten, diese Vernetzung zukünftig durch die Erhöhung der Verfügbarkeit freier, offener, standard-konformer Softwarekomponenten im Bereich Geoinformationsmanagement zu unterstützen.
Es muss zukünftig leichter möglich sein, unterschiedliche Systeme aus unterschiedlichen Ländern zu integrieren. Als Front-Ends kommen zudem unterschiedliche Klienten (mobil, Web, Desktop) für unterschiedliche Nutzertypen (Rettungskraft, Behörde, Einsatzzentrale, Krisenstab, Bürger, ...) zum Einsatz. Diese heterogenen Clients müssen auf die gleiche Geodateninfrastruktur (GDI) zugreifen, dabei aber spezifische Anforderungen erfüllen.
Fragen zu raumbezogenen Sachverhalten können durch den mobilen Online-Zugriff unmittelbar vor Ort beantwortet werden. Dies ist bei zeitkritischen Situationen wie im Katastrophenfall von besonderer Bedeutung.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die (mobile) Erfassung und Veränderung von Geoobjekten, sowie deren Rückführung in das Kernsystem. Im Projekt soll einem Anwender diesbezüglich ermöglicht werden, direkt vor Ort im Einsatz Geoobjekte zu manipulieren, bei Bedarf neu zu erfassen und an die Server zu übermitteln.

Die Architektur

Das System sieht eine Komponentenbasierte Infrastruktur auf Basis von OGC Web Services vor. Server werden es ermöglichen, auf Geodaten verschiedenster Herkunft zuzugreifen, indem kaskadierend auf vorhandene, entfernte Geodienste zugegriffen wird, die in speziellen OGC-konformen Katalogdiensten verzeichnet sind. Auf dieselbe Weise wird auf vorhandene Geo-, Fach-, und Metadaten bestände zugegriffen.
Durch die (hauptsächliche) Nutzung von Standardkonformen Schnittstellen ist die Gesamtarchitektur des Systems sehr offen und durch die generischen Komponenten leicht erweiterbar in Bezug auf weitere Szenarien als die vorab vorgestellten Beispielszenarien.

Folgende Komponenten erweitern die OK-GIS Basis-Geodateninfrastruktur:

Stark vereinfachtes Schema der OK-GIS Architektur

  • Mobile Endgeräte, die die Einsatzkräfte mit sich führen, erlauben es online auf die von den Server-Diensten zur Verfügung gestellten Daten und Dienste zuzugreifen.
  • Web-basierte GIS Klienten erlauben der betroffenen Bevölkerung, katastrophenrelevante Informationen abzufragen und darzustellen.
  • Durch eine Anbindung von externen Sensoren und Messgeräten an die mobile Einheit wird es ermöglicht, relevante Messwerte direkt vor Ort zu erfassen und in die vom Server bereitgestellten und übertragenen Geodaten einzuarbeiten.
  • Den Leitzentralen stehen GIS-basierte Spatial Decision-Support Systeme (SDSS) zur Verfügung. Diese verarbeiten die von mobilen Nutzern aktualisierten Geodaten und geben die Entscheidungen und neuen Informationen aus der Leitzentrale an die Nutzer der Web-Klienten, z.B. angegliederter Behörden, Bürger etc., oder über mobile Klienten an die Einsatzkräfte vor Ort weiter.

 

 

Ein Projekt des i3mainz Ein Projekt des IAPG Ein Projekt der Fakultät für Ingenieurwissenschaft und Informatik
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